Berufskolleg I für Technik
der Stadt Hagen
Cuno Berufskolleg

Verfahrensmechaniker/-in in der Hütten- und Halbzeugindustrie

Bundesagentur für Arbeit: Video zum Beruf

Ansprechpartner: Herr Stegemann
Bereichsleiterin: Frau Luongo-Schnitzler (Metalltechnik)

Was machen Verfahrensmechaniker/-innen in der Hütten- und Halbzeugindustrie?

Fahrzeugkarosserien, Maschinenteile, Drähte oder Halbzeuge wie z.B. Bänder, Rohre oder Stangen bestehen aus unterschiedlichen Metallen. Diese Metalle werden aus Roheisen und Nicht-Eisenmetallen wie z.B. Aluminium, Blei oder Kupfer gewonnen. Verfahrensmechaniker in der Hütten- und Halbzeugindustrie stellen mit Hilfe voll-automatischer Anlagen die unterschiedlichsten Metalle her. Sie überwachen den Produktionsablauf an den riesigen Hochöfen oder Walzwerken und bedienen die meist computergesteuerten Anlagen. Je nach Fachrichtung formen sie auch die verschiedenen Metalle. Sie achten darauf, dass alles genau "nach Plan" läuft und Fehler sofort behoben werden. Verfahrensmechaniker in der Hütten- und Halbzeugindustrie üben eine hoch-qualifizierte Tätigkeit aus und werden daher je nach Produkt in einer der vier Fachrichtungen ausgebildet:

  • Eisen- und Stahl-Metallurgie
  • Stahl-Umformung
  • Nichteisen-Metallurgie
  • Nichteisenmetall-Umformung

Verfahrensmechaniker in der Hütten- und Halbzeugindustrie ...

  • überwachen, steuern und regeln Produktionsverfahren und -anlagen zur Eisen- und Stahlerzeugung
  • erkennen Störungen im Produktionsablauf und beseitigen sie
  • halten die Produktionsmaschinen und -anlagen instand
  • sorgen für gleichbleibende Qualität der Erzeugnisse

Verfahrensmechaniker in der Hütten- und Halbzeugindustrie der Fachrichtung Eisen- und Stahl-Metallurgie ...

  • stellen aus den verschiedenen Erzsorten Mischungen für den Hochofen zusammen
  • überwachen den Schmelzprozess von Altmetallen, Roheisen und Kalk, um Stahl herzustellen
  • erfassen Betriebsdaten und Darstellungen zur Prozesssteuerung und werten sie aus
  • steuern z.B. die Zusammensetzung der Rohstoffe, die Luftzufuhr oder Zusammensetzung der Gase im Hochofen zur Herstellung von Eisen und Stahl

Verfahrensmechaniker in der Hütten- und Halbzeugindustrie der Fachrichtung Eisen- und Stahl-Metallurgie arbeiten für ...

  • Hochofen- und Stahlwerksbetriebe

Dort werden sie in der Regel auch ausgebildet.

Verfahrensmechaniker in der Hütten- und Halbzeugindustrie der Fachrichtung Stahlumformung ...

  • formen die verschiedenen Stahlsorten durch Warm- und Kaltwalzen, Schmieden, Pressen oder Ziehen z.B. zu Achsen für Fahrzeuge, Kurbelwellen, Getriebeteilen
  • arbeiten dabei mit computergesteuerten Anlagen, überwachen und steuern die Umformprozesse
  • rüsten bei Produktionswechsel Maschinen und Anlagen der Umformtechnik und Oberflächentechnik um und nehmen die Produktionsanlagen wieder in Betrieb

Verfahrensmechaniker in der Hütten- und Halbzeugindustrie der Fachrichtung Stahlumformung arbeiten für ...

  • Warm- und Kaltwalzwerke
  • Röhrenwerke
  • Drahtziehereien
  • Schmiede- und Presswerke

Dort werden sie in der Regel auch ausgebildet.

Verfahrensmechaniker in der Hütten- und Halbzeugindustrie der Fachrichtung Nichteisen-Metallurgie ...

  • schmelzen die verschiedenen Metalle, z.B. Kupfer für die Elektroindustrie, Blei für Starterbatterien, Aluminium für Automotoren und gießen sie in Barren
  • schmelzen Edelmetalle wie Gold und Silber
  • stellen Seltenerden-Metalle, wie z.B. Gallium, Arsen oder Silicium für die Chip-Industrie her
  • achten auf eine gleichbleibende Erzmischung im Produktionsprozess
  • erkennen Störungen im Produktionsablauf und beseitigen sie
  • raffinieren (reinigen) die Rohmetalle

Verfahrensmechaniker in der Hütten- und Halbzeugindustrie der Fachrichtung Nichteisen-Metallurgie arbeiten für ...

  • Metallhütten
  • Metallraffinerien
  • Umschmelzwerke

Dort werden sie in der Regel auch ausgebildet.

Verfahrensmechaniker in der Hütten- und Halbzeugindustrie in der Fachrichtung Nichteisen-Metall-Umformung ...

  • überwachen, steuern und regeln die jeweiligen Produktionsverfahren und -anlagen der Nichteisen-Metallumformung. Dazu gehört z.B. das Walzen, Pressen oder Schmieden von Halbzeugen aus Nichteisen-Metallen, wie z.B. Bleche, Stangen, Rohre, Drähte
  • arbeiten mit automatisierten, aber auch mit handgesteuerten Fertigungsanlagen, überwachen und steuern die Umformprozesse
  • rüsten bei Produktionswechsel Maschinen und Anlagen der Umformtechnik und Oberflächentechnik um und nehmen die Produktionsanlagen wieder in Betrieb

Verfahrensmechaniker in der Hütten- und Halbzeugindustrie in der Fachrichtung Nichteisen-Metall-Umformung arbeiten für ...

  • Warm- und Kaltwalzwerke
  • Röhrenwerke
  • Ziehereien
  • Schmiede- und Presswerke

Dort werden sie in der Regel auch ausgebildet.

Für wen ist der Job geeignet?

Bewerber sollten ...

  • gerne im Team arbeiten
  • technisches und naturwissenschaftliches Interesse haben
  • zupacken können und körperlich fit sein

Was ist besonders gut?

  • eine sehr anspruchsvolle und verantwortungsvolle Tätigkeit
  • Teamarbeit auch mit anderen Berufsgruppen wird groß geschrieben

Wie ist die Ausbildung aufgebaut?

Zugangsvoraussetzung

Grundsätzlich ist keine bestimmte Vorbildung für den Lehrbeginn vorgeschrieben. Die meisten Betriebe erwarten aber mindestens den Hauptschulabschluss, manche auch die Fachoberschulreife (Mittlere Reife). Lehrbetrieb und Auszubildender entscheiden, in welcher der vier Fachrichtungen die Ausbildung erfolgt:

  • Eisen- und Stahl-Metallurgie
  • Stahl-Umformung
  • Nichteisen-Metallurgie
  • Nichteisenmetall-Umformung

Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres findet eine Zwischenprüfung statt. Die Ausbildung endet nach dreieinhalb Jahren mit bestandener Abschlussprüfung.

Ausbildungsvergütung

Die Höhe der Ausbildungsvergütung ist je nach Wirtschaftsbereich und Region, manchmal sogar je nach Unternehmen sehr unterschiedlich. Die jeweiligen Tarifpartner, also die Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften, vereinbaren, wie viel Sie während und nach Ihrer Ausbildung verdienen. Sie können Ihnen genaue Auskünfte geben. Welcher Arbeitgeberverband bzw. welche Gewerkschaft für Ihren Ausbildungsberuf zuständig ist, erfahren Sie zum Beispiel bei Ihrer Industrie- und Handelskammer, beim Berufsverband oder auch beim Arbeitsamt vor Ort.

Was kann ich aus dem Beruf später einmal machen?

Eine berufliche Ausbildung ist der erste Schritt ins Berufsleben. Danach gehts weiter, beispielsweise als Industriemeister der Fachrichtung Hüttentechnik. Ziel kann natürlich auch die berufliche Selbständigkeit sein.

Klar ist: Keiner muss sein Leben lang immer im gleichen Job dasselbe tun. Im Gegenteil: Wer heutzutage gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt bzw. als selbständiger Unternehmer haben will, muss flexibel sein und sich regelmäßig weiterbilden. Es gibt jede Menge Lehrgänge, Kurse oder Seminare, um sich zu spezialisieren, z.B.

  • Galvanotechnik
  • Werkstoffprüfung
  • Qualitätssicherung

Unter bestimmten Voraussetzungen, z.B. mehrjähriger Berufserfahrung, sind verschiedene Fort- und Weiterbildungen möglich, u.a.:

  • Ausbilder/-in (verantwortlich für die Ausbildung von Azubis)
  • Industriemeister/-in Hüttentechnik oder Metall
  • Techniker/-in Hüttentechnik oder Metallbautechnik

Nach dem Besuch einer Fachoberschule ist das Studium an einer Fachhochschule (FH) möglich, u.a.:

  • Bachelor of Engineering (früherer Dipl.-Ingenieur/-in Hüttentechnik (FH))

Kurzinfo

Verfahrensmechaniker in der Hütten- und Halbzeugindustrie ...

... überwachen, steuern und regeln Produktionsverfahren und -anlagen zur Eisen- und Stahlerzeugung, erkennen Störungen im Produktionsablauf und beseitigen sie, halten die Produktionsmaschinen und -anlagen instand und sorgen für gleichbleibende Qualität der Erzeugnisse. Die Ausbildung erfolgt in einer der vier Fachrichtungen:

  • Eisen- und Stahl-Metallurgie
  • Stahl-Umformung
  • Nichteisen-Metallurgie
  • Nichteisenmetall-Umformung

Besonders gut ist ...

... die sehr anspruchsvolle und verantwortungsvolle Tätigkeit

Bewerber/-innen sollten ...

... verantwortungsbewusst und genau arbeiten, gerne im Team arbeiten, technisches und naturwissenschaftliches Interesse haben, zupacken können und körperlich fit sein, gutes Seh- und Hörvermögen haben

Dauer der Ausbildung?

3,5 Jahre

Wer bildet aus?

Metallhütten, Metallraffinerien, Umschmelzwerke, Warm- und Kaltwalzwerke, Röhrenwerke, Ziehereien, Schmiede- und Presswerke, Hochofen- und Stahlwerksbetriebe

Verdienst während der Ausbildung und im Beruf?

Auskünfte dazu geben Kammer, Arbeitsamt, Berufsverband, Arbeitgeberverband und Gewerkschaft.

Beruflicher Aufstieg?

z.B.: Ausbilder/-in (verantwortlich für die Ausbildung von Azubis), Industriemeister/-in Hüttentechnik oder Metall, Techniker/-in Hüttentechnik oder Metallbautechnik, Dipl.-Ingenieur Hüttentechnik

Die Inhalte dieses Berufsbildes beruhen auf Informationen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie.